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Zwischen Pools, Wein und Bauruinen: Mein Fazit zu Santorin

September 28, 2016

 

Natürlich gibt es zu meinem Trip auch ein persönliches Fazit und eine Stellungnahme, ob Santorin wirklich das „(Blogger)-Paradies“ schlechthin ist.

 

 

 

Santorin stand schon ganz lange, ganz weit oben auf meiner Bucketlist, was meine Reiseziele angeht. Und ich muss sagen, die vielen Bilder die im Internet kursieren haben nicht zu viel versprochen. Es ist wirklich so, wie ich es mir erhofft hatte. Was die Landschaft an der Küste, das Meer, den Ausblick und vor allem den Sonnenuntergang angeht, bin ich wirklich auf meine vollen Kosten gekommen. Obwohl ich schon so gut wie jeden Kontinent bereist habe, habe ich so etwas wie Santorin noch nie gesehen und es war für mich wirklich einzigartig schön.

 

Da ich aber kein Blogger bin, der nur die schönen Seiten auf meinen Kanälen zur Schau stellt und dort mit seinem „Jet-Set-Travel-Life“ (welches ich auf gar keinen Fall habe) prahlt, rede ich auch ganz offen über die unschönen und vielleicht auch schlechten Seiten von Santorin.

Santorin und auch die anderen Urlaubsinseln wie Kos oder Mykonos gehören genauso zu Griechenland wie Athen oder Thessaloniki und befindet sich politisch und wirtschaftlich in genau der gleichen schlechten Situation. Das muss man manchen wirklich nochmals klar machen!

 

Tolle Aussicht, tolle Hotels hin oder her… das Land ist pleite! Und das nicht nur auf dem griechischen Festland. Was ich hinter der schönen Kulisse von Santorin im Landesinneren gesehen habe, war erschreckend. Man sieht dem Land und vor allem den Einheimischen an, wie arm sie sind. Das Inselinnere ist geprägt von nicht asphaltierten Straßen, Bauruinen oder stehen gelassenen, kaputten Autos. Klar, wen sollte das auch stören. In der Woche, die ich auf Santorin verbracht habe, habe ich nicht eine einzige Polizeistreife gesehen. Nicht einmal in den Orten, in denen täglich über 15.000 Kreuzfahrt-Touristen ankommen. 

Nicht einmal ein Krankenhaus gibt es auf der Insel, lediglich ein „Health-Center“ in der Größe eines Kiosks, mitten in der Altstadt von Thira. Richtig! Dort, wo Autos verboten sind. Für einen Notfall, nicht gerade die beste Lage!

 

 

Obwohl der Großteil der Einheimischen vom Tourismus lebt und sie nur deshalb über die Runden kommen, stellt dieser das nächste Problem dar. Die Insel wird vom Tourismus überrannt. Richtig gehört: Täglich kommen zusätzlich zu den normalen Urlaubern noch zwischen drei und acht Kreuzfahrtschiffe in Santorin an. Jedes mit circa zwei- bis fünftausend Passagieren an Bord, die alle durch das historische Thira schlendern und den Sonnenuntergang in Oía erleben wollen. Die Insel und vor allem die beiden Städte platzen aus allen Nähten. Sogar so sehr, dass man nach dem Sonnenuntergang in den winzigen Gassen feststeckt. Richtig! Hier standen wir über zwanzig Minuten in einer schmalen Gasse, bevor es wieder voran ging und wir endlich weiter gehen konnten. Grund: Es strömten alle Kreuzfahrt-Touristen wieder Richtung Hafen. Doch um zum Hafen zu gelangen, muss man erst einmal die 200 Meter Hohe Felsenküste mit der Seilbahn wieder hinab fahren. Da die Seilbahn pro Fahrt nur sechs Personen, in jeder der ebenfalls sechs Gondeln transportieren kann, überrascht es nicht, dass sich ein elendig langer Stau durch die ganze Stadt bildet. Wer nicht stundenlang auf die Seilbahn warten möchte, weicht auf das traditionelle Nutztier der Insel aus und lässt sich die Steilklippe auf einem Esel hinunter tragen. Was lustig und spaßig klingt, ist in meinen Augen nichts als reine Tierquälerei.

 

 

 

Doch nicht nur am Hafen herrschte Ausnahmezustand. Auch am Flughafen! Was ich bei meiner Ankunft gar nicht realisiert habe, hat mich vor dem Abflug umso härter getroffen. Schlangen bis auf die Straße hinaus, kaputte Gepäckaufgabe-Bänder (Ja! Wirklich kein einziges Gepäckband ging und jeder Passagier musste sein Gepäck selbst durch den Sicherheits-Scan schieben) und nur eine Sicherheitskontrolle für alle Fluggäste um in die überfüllte Abflugshalle zu gelangen. Solche Zustände habe ich wirklich noch nie erlebt, nichtmal in den kleinsten Flughäfen im tiefsten Asien. Daher überrascht es auch nicht, dass der Santoriner Flughafen auf Platz zwei der zehn schlechtesten Flughäfen Europas gelandet ist. (Den Artikel gibt es hier zum nachlesen).

Diejenigen, die mir auf Snapchat folgen haben einen kleinen Teil davon, wie es dort zu geht mitbekommen.

 

Wie ihr hier lesen könnt, gab es so einiges was mich während meines Trips geschockt hat und immer noch wütend macht, während ich gerade mein Fazit schreibe. Doch zurück zu dem angeblichen „Blogger-Paradies“: Bist du also ein Blogger, der nur nach Santorin reist, weil alle anderen dort auch gewesen sind und um tolle Bilder im Pool auf deinem aufblasbaren Schwan oder Einhorn zu machen, dann ist Santorin für dich der Himmel auf Erden.

Bist du allerdings ehrlich, vor allem zu dir selbst und hast nur das geringste Gespür für dein Umfeld, merkst du hier schnell, dass das definitiv nicht das Paradies ist.

 

Und um auf die Frage zurück zu kommen, ob ich wieder nach Santorin reisen würde: 

Ja! Sofort.

Obwohl ich hier eben wirklich starke Gründe aufgezählt habe, die Insel zu meiden, würde ich sofort wieder dorthin gehen und das ein oder andere wohl in Kauf nehmen. 

Denn wie bereits oben erwähnt, einen Ort wie Santorin habe ich bisher noch nicht gesehen und ich bin wirklich von diesem Ort fasziniert. Allerdings würde ich die Insel mit einer anderen Sicht bereisen. Einer weniger touristischen, mehr verständnisvollen und menschlichen Sicht und ich wüsste klar, was meine persönlichen DOs und DON’Ts auf der Insel sind.

Jedem der mich fragt, werde ich die Insel nur empfehlen aber auch von der ein oder anderen touristischen Attraktion abraten, wie einem Eselritt oder dem Sonnenuntergang in Oía. Denn auch an anderen Orten auf der Insel, sieht man genau den gleichen Sonnenuntergang.

 

 

 

 

 

 

 XX

-Phil

 

 

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